1872: Schulen in Reichenhain
Erstellt: 16.10.16
Martina Wiegner

unter oben genanntem Motto fand am Samstag, dem 8.10.2016 in Reichenhain wieder einmal ein kleiner Ortsrundgang statt.

Treffpunkt war die Gornauer Str. / Abzweigung Kreyßighof. Leider meinte es Petrus nicht besonders gut und es fanden sich nur 13 interessierte Reichenhainer mit ihren Regenschirmenam Start unseres kleinen Rundganges ein.

Dieser war aus einem bestimmten Grund an dieser Stelle gewählt, denn hier befand sich ein Brunnen, der die Pfarre und später die alten Schulen mit Trink- und Brauchwasser versorgte.

Weiter ging es die Straße abwärts, bis zum Pfaffensteig. Neben Berichten über die einstige Gemeindeverwaltung im jetzigen „Ärztehaus“ kamen wir zur ältesten „Lehranstalt“ im Ort.

Im Haus Pfaffensteig 2 wohnt heute die Familie Kleber und versucht ihr Häuschen und den dazugehörigen Garten, das ehemalige Kirchschullehen, bestens zu nutzen. In diesem Garten können wir unmittelbar neben dem Paffensteig noch die Grundmauern der im Krieg zerstörten Schule sehen. Nur mit viel Phantasie lassen sich auch die alte Treppe und das Geländer als Zugang zur ehemaligen Schule zuordnen.

Ältere Reichenhainer reden auch heute noch liebevoll von „ihrer Schule“. Sie wurde 1872 eingeweiht; erwies sich jedoch kurze Zeit später als zu klein für die über 200 Kinder, die in drei Klassen unterrichtet wurden.

Bereits 1893 musste durch weitere Umbaumaßnahmen zusätzlicher Unterrichtsraum im Schulgebäude geschaffen werden. Als auch diese Räume nicht mehr ausreichten, haben Baracken, die preiswerte und kurzfristige Provisorien darstellen sollten, als zusätzliche Unterrichtsräume gedient.

Die Reichenhainer Gemeinde erwarb bereits 1913 Grundstücke vom Bauern Forbrig für die Errichtung einer neuen Schule. Geldnot ließ diesen Schulbau immer wieder scheitern, auch die Vereinbarungen im Eingemeindevertrag verhalfen den Reichenhainern nicht zu einer neuen Schule. Erst nachdem die alte Schule einschließlich der Baracken dem Bombenangriff zum Opfer gefallen waren, konnte dieser Wunsch durch die Unterstützung des ehemaligen Reichenhainer Lehrers, Johann Riesner, in Erfüllung gehen und die heutige Grundschule am 14. Oktober 1950 eingeweiht werden.

Viel mehr über den Schulbau 1870 bis 1871, die Grundstückskäufe und Episoden aus dem Leben des Kirchschullehrers Friedrich Zinke konnten wir in dem, wegen des Regenwetters in der Grundschule gehaltenen Vortrags, von Reinhart Wiegner erfahren.

( Auf der Seite 27 unserer Broschüre „660 Jahre Reichenhain“ befindet sich auch ein Artikel über das Thema Schule in Reichenhain)