1945: Die Zerstörung Reichenhains am 5. März 1945
Erstellt: 22.02.12
Aktualisiert: 22.02.12
Heimatverein AG Ortsgeschichte

Dem nachfolgendem Bericht von Bauer Heinz Uhlig möchten wir folgendes voransetzten.

 

-Es gilt nicht, alte Zeiten zu verherrlichen, sondern das Geschehene nicht zu vergessen.

-Wir wollen die alten Zeiten nicht zurück, aber den folgenden Generationen immer wieder auf den Weg geben,

welches Leid durch Unfrieden, Krieg, Haß, Menschen-Verachtung und Zerstörung entsteht.

-Wir möchten auf keinem Fall zu den ewig „Gestrigen“ gehören, denn unser Reichenhain ist heute so schön, wie

nie zuvor und das verdanken wir auch unseren Vorfahren.

 

Bericht:

  1. Wohnhäuser ( nicht wieder aufgebaut )

Pfaffensteig: Hansch, Haustein, Dost, Sieber, Seifert, Wagner, Hunger

Gornauer Str.: Jäger, Tippmann, beim Schmied das Hachbargrundstück, Graf (Genossenschaftsweg)

Karl Franke, Dittrich, Otto, Harzer, Geyer, Beyer, Sonntag, Elsa Klötzer

2. Bauernhöfe ( völlig zerstört )

     Rößler, Jäkel, Winkler, Ranft, Uhlig, Storch, Heine, Köhler, Rudolf, Kreißig (heute Lutze)

 

  1. Pfarrhaus mit Scheune

  2. Schule

  3. Buchdruckerei Leistner

  4. Schürzenmacherei Pilz

  5. Gasthaus „Grünes Tal“

  6. Schuster Böttrich

  7. Das „Weiße Schloß“ ehemaliges Fabrikgebäude

42 Wohnungen

 

Im Herbst 1950 begegnete mir nochmals ein Bote jener Schreckensnacht vom 5. März 1945.

Ich arbeitete am Pflug auf unserem Feld um es für den kommenden Winter vorzubereiten.

Plötzlich gab es einen Ruck, die Pferde konnten den Pflug nicht mehr weiter ziehen – ich war mit ihm in einem Aufhängerring einer 1-Zentner-Bombe hängengeblieben.

Vorsichtig spannte ich die Pferde ab, jede Erschütterung hätte vielleicht meinen Tod bedeuten können.

Dann lief ich zur Polizei und meldete meinen Fund.

Die Bombe wurde noch am selben Tag entschärft und abgeholt.

Ich danke Gott, dass die Sache für mich so glimpflich ablief!